Epische Intros und Holzfußböden

Epische Intros und Holzfußböden

Epische Intros und Holzfußböden

10 banale Fehler, die aus Corporate TV eine Lachnummer machen.

Von knarzenden Holzfußböden in einer Jugendstilvilla über grauenhaftes Splatterfilm-Licht bis hin zu absurden Fehlbesetzungen. Was immer man bei Selfmade-Produktionen im Mittelstand falsch machen kann – glauben Sie mir – ich habe es getan.
Hier sind die Top 10 der peinlichsten, aber leicht vermeidbaren Fehler:

 

10 Das epische Intro

Das Intro ist das gefundene Fressen für den Motion-Designer Ihrer Agentur. Und weil Motion-Design so viel einfacher ist, als guten Content zu liefern, ist es leider ein Klassiker, dass nach prätentiösem 3D-Strobo-Gepose der Inhalt unverhältnismäßig abschmiert.

Fazit: Das Intro darf nicht länger als 5 Sekunden dauern. (Ausnahme: Ihr Regisseuer ist Wim Wenders – dann sind 10 Sekunden erlaubt.)

 

9 Worship Audio

Die Tonspur ist der schnellste Weg ins Verderben. Feine Bilder kann heute fast jeder liefern – HD mit edler Tiefenunschärfe oder 4K mit dem iPhone. Alles kaum noch ein Problem. Wenn der Ton sich dann aber anhört, wie ein Abhörmitschnitt aus dem Stasi-Hauptquartier, dann weiss man, dass der Chef hier selbst Hand angelegt hat.

Fazit: Ein gutes Mikro kostet nur ein paar Euro am Tag – die Einstellungen bekommt man mit etwas Geduld in den Griff. Dann passt es.

 

8 Nie am Autor sparen

Der Text ist die Message. Und die muss sitzen. Schnell, rund, und immer gut für eine überraschende Wendung. Das kann halt nicht jeder Buchhalter. Macht aber nichts. Es gibt gute Autoren da draußen. Die sind zwar nicht immer leicht zu finden, aber ich weiss wo.

Fazit: Rufen Sie mich an.

 

7 Nie Verkleiden

Verkleiden ist nicht witzig. Verstellte Stimmen schon gar nicht. Verkleiden ist Clownerie, Trara und Zirkus. Und Zirkus ist Theater für Analphabeten.

Fazit: Auf gute Inhalte vertrauen und daran denken, nie am Autor zu sparen.

 

6 Verschenken Sie etwas Mehrwert

„Wo ist denn da der Mehrwert?“. Die Frage, die mich am meisten nervt ist die nach dem Mehrwert. Marketingjunioren auf dem zweiten Karrierelevel stellen diese Frage gern mehrmals täglich. Nehmen Sie ihnen a priori den Wind aus den Segeln. Fragen Sie sich, was speziell Sie oder Ihr Unternehmen zum Diskurs beitragen können. Corporate TV lebt von Infos und Entertainment. Und wenn es nur dreieinhalb Minuten kurzweilige Unterhaltung sind. Im Gegensatz zu den Einlassungen von Marketingjunioren ist das ein grandioser Mehrwert.

Fazit: Stellen Sie einmal kurz die Sinnfrage – oder schweigen Sie für immer.

 

5 Denken Sie an Ihren Körper

Ich kenne Sie nicht. Trotzdem lehne ich mich aus dem Fenster und behaupte, dass der Hauptunterschied zwischen Ihnen und Nazan Eckes ist, dass Nazan ihren Körper im Griff hat. (merken Sie, wie essentiell hier der Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung ist?)
Profis entgleisen selten die Gesichtszüge und sie rudern bei der Moderation signifikant weniger mit den Armen.
Fazit: Sie sind gut wie Sie sind. Bleiben Sie authentisch. Rudern Sie ruhig (ein wenig).

 

4 Seien Sie präzise

Der Nutzer interessiert sich weder für allzu theoretischen Überbau, noch für die glorreiche Frühgeschichte Ihres Unternehmens.

Fazit: Kommen Sie schnell auf den Punkt. Ohne Hektik. Mit Charme – aber auf den Punkt. (im Zweifel kurz anrufen;-))

 

3 Nehmen Sie sich selbst nicht zu ernst.

Sicher sind Sie ein echter Experte mit gleichermaßen tiefem und breitem Know-How und Know-Why. Aber natürlich ist nichts peinlicher als selbsternannte Experten, die nicht müde werden ihre Expertise zu betonen.

Fazit: Vertrauen Sie auf die Intelligenz Ihres Publikums. Es wird merken, dass Sie ein ganz Großer sind.

 

2 Vermeiden Sie rechtefreies Gedudel.

Vielleicht die wichtigste aller Regeln: Rechtefreie Fahrstuhl- oder Softpornomusik ist der Soundtrack zum Untergang der Weltkultur. Sie legt komplett gute Produktionen mit sofortiger Wirkung in Schutt und Asche. Ich bitte Sie inständig um ein klares Nein zu rechtefreier Musik.

Fazit: Bitten Sie lieber Ihre Tochter, etwas auf der Blockflöte zu spielen.

 

1 Brechen Sie zumindest eine der oben genannten Regeln.

Fazit: Rufen Sie vielleicht einfach kurz an;-)

Mehr Infos: www.content-thinking.de

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